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Handelsblatt,
11.02.2005 |
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Erwin W. Heri: Moden und Mythen an den Anlagemärkten
- Warum Anleger und ihre Berater an der Börse immer
wieder scheitern.
Für wohlklingende Weisheiten und einfache Rezepte
sind Anleger immer empfänglich, während des
Börsenbooms um das Jahr 2000 genauso wie in der
folgenden Krise. "Sell in may and go away",
die Regel, derzufolge Anleger den Mai als Verkaufsmonat
nutzen sollten, ist nur eine der oft zitierten Weisheiten,
die angeblich immer gelten. Autor Erwin W. Heri, früher
Manager bei der Schweizer Großbank Credit Suisse,
nimmt in diesem Buch verunsicherte Anleger an die Hand
und versucht, einen objektiven Blick auf das Geschehen
an den Aktien- und Anleihemärkten zu werfen. Das
Ergebnis: Es spricht nichts gegen eingängige Regeln,
man muss nur die richtigen auswählen. So propagiert
auch Heri den Grundsatz des langfristigen Anlagehorizonts.
Mit eigenen Berechnungen belegt der Ex-Banker, dass
das Risiko einer Geldanlage sinkt, je länger man
die Papiere hält. Das weit verbreitete Starren
auf die jährliche Rendite braucht Investoren also
nicht zu interessieren, wenn sie Aktien zwanzig Jahre
lang besitzen. Und Heri erinnert daran, wie wichtig
die Höhe der Gebühren für Depotverwaltung
und Wertpapierkauf ist - gerade in Zeiten mäßiger
Renditen. Der Autor präsentiert keine bahnbrechend
neuen Rezepte, nimmt seinen Lesern aber die Angst vor
dem scheinbar unberechenbaren Phänomen Börse.
Ein solches Buch ist eine Wohltat für alle Anleger,
die keine Zocker sein wollen. Christoph Hus
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